Wie ist der Loudness War entstanden?

Der Loudness War ist eine Entwicklung, die sich seit Einführung der CD Anfang der Achtziger bis heute schleichend vollzogen hat. Bereits bei der Vinyl-Schallplatte war das gleiche Phänomen zu beobachten, welches jedoch durch das mechanische Wiedergabeverfahren und das Nichtvorhandensein digitaler Signalverarbeitung natürlichen Grenzen ausgesetzt war.
Da ein Titel aus psychoakustischen Gründen auf den ersten Eindruck wärmer, brillianter und druckvoller klingt als ein nur 0,5dB leiserer Titel (siehe: Was macht stark komprimierte Titel scheinbar attraktiv?)ist jede Veröffentlichung dem natürlichen Wettbewerb um den besseren Sound ausgesetzt. Der Mastering-Engineer erhielt stets gemeinsam mit der Anweisung den Auftrag, mindestens so laut wie die Referenzveröffentlichung XY oder lauter zu mastern. Der Einzug moderner digitaler Signalverarbeitung machte jedoch Kompressionen (Verdichtungen) möglich, die eines Tages die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Das geschah sehr schleichend, da kurze so genannte A/B-Vergleiche die Nachteile überkomprimierter Musik zumeist nicht deutlich machen.

Heute ist diese Spirale soweit eskaliert, dass die Angst der verantwortlichen Plattenfirmen-Manager, mit einer leiseren Veröffentlichung nicht genügend wahrgenommen zu werden, die Warnung verantwortungsbewusster Mastering-Engineere übertönt. Das führt zu Veröffentlichungen, die kurz davor sind, Weißem Rauschen zu gleichen und dem Ohr ungefähr so charmant schmeicheln wie ein kräftiger Schlag ins Gesicht.

Hier sehen Sie die typische Entwicklung der Lautheit seit Einführung der CD bis heute. Die steigende Lautheit geht mit einer Reduktion des Dynamischen Bereichs = Dynamic Range einher.
 

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