Worin liegt der klangliche Vorteil dynamischerer Musik?

Vergleichen Sie einen kurzen Ausschnitt eines Titels gegen einen lauteren kurzen Ausschnitt des gleichen oder eines anderen Titels, so erscheint oberflächlich der lautere Titel ersteinmal „druckvoller“. Der Grund hierfür liegt in der Natur unseres Gehörs und lässt sich durch die „Fletcher-Munson-Kurve gleicher Lautheit“ erklären. Lesen Sie hierzu Was macht stark komprimierte Titel scheinbar attraktiv?.
Die klanglichen Vorteile dynamischer Musik erschließen sich, indem Sie beide Titel bei gleicher Lautheit (Schalldruck) anhören. Damit ist die von Ihnen empfundene gleiche Lautheit und nicht eine gleiche Stellung Ihres Volumenreglers von Bedeutung. Je länger Sie die Titel hören, desto leichter EMPFINDEN Sie den Unterschied. Dynamische Musik verursacht aufgrund der natürlichen Klangeigenschaften keine Kopfschmerzen, macht nicht aggressiv und ist vor allem dazu in der Lage dynamische Ereignisse in der Musik auch als solche wiederzugeben. Während auf dem CD-Master von „Californication“ der Red Hot Chili Peppers keine Lautstärkesteigerung im Verlauf einzelner Songs mehr wahrzunehmen (und zu messen) ist, hört man auf der ungemasterten dynamischeren Vinylversion Steigerungen von bis zu 3dB innerhalb eines Songs. Ebenfalls reduzieren sich so genannte Crescendi (kurze Steigerung) auf überkomprimierten Mastern zu kaum wahrnehmbaren Klangnuancen, während der musikalische Ausdruck dieser Passagen bei dynamischerer Musik voll zur Geltung kommt.
Hören Sie zur Verdeutlichung diesen YouTube-Beitrag von Matt Mayfield:
 

Überkomprimierte Musik klingt - mit dem nötigen Abstand betrachtet – kraft- und konturlos.

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